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April 14, 2026

Roubaix-Siegerin Koch: „Eigentlich bin ich seit meiner Geburt bei Radrennen“

©FDJ United Suez

Der Sieg von Franziska Koch (FDJ United-Suez) bei Paris-Roubaix Femmes kam einerseits überraschend, andererseits aber auch nicht. Für die 25-jährige Deutsche war es zwar erst der vierte Profisieg ihrer Karriere, doch seit Saisonbeginn präsentiert sie sich in herausragender Form. Mit dem Triumph in Roubaix setzte sie ihrer bisherigen Frühjahrssaison nun die Krone auf.

„Es ist unglaublich. Ich habe seit der ersten Austragung davon geträumt, dieses Rennen zu gewinnen. Es gibt immer Chaos, und das liegt mir. Wir hatten mit dem Team einen so guten Start in die Saison. Demi hat vergangene Woche gewonnen, und das Team hat mir nun komplett vertraut“, erklärte Franziska Koch bei der Pressekonferenz nach dem Rennen.

Koch stammt aus einer echten Radsportfamilie und ist dem Sport seit ihrer Kindheit eng verbunden. In jungen Jahren war sie in mehreren Disziplinen aktiv. „Sogar meine Großeltern sind Radrennen gefahren, und auch meine Eltern haben sich bei einem Rennen kennengelernt. Mein erstes Rennen bin ich mit neun Jahren gefahren. Eigentlich bin ich aber seit meiner Geburt bei Radrennen. Als Kind bin ich Straße, Mountainbike und Bahn gefahren, wodurch ich eine gute Radbeherrschung habe. Auch das hat mir heute definitiv geholfen“, blickte sie zurück.

Bei der ersten Austragung von Paris-Roubaix Femmes 2021 war Koch im Alter von nur 20 Jahren bereits Siebte geworden. 2022 verpasste sie das Rennen verletzungsbedingt. Seitdem war sie aber jedes Jahr in Roubaix am Start. Auch wenn zunächst weitere Topresultate ausblieben, zahlte sich ihre Erfahrung gestern Nachmittag aus.

Gleichzeitig zeigte sich die 25-Jährige demütig: „Jede meiner Teamkolleginnen hätte gewinnen können. Wir mussten als Team fahren, deshalb haben wir entschieden, dass ich heute eine der Leaderinnen bin. Meine Teamkolleginnen sind ab dem ersten Sektor voll gefahren. Ich war eine der geschützten Fahrerinnen, und dafür bin ich dem Team sehr dankbar“, sagte Koch im Siegerinterview.

Seit ihrem Wechsel ins Profilager 2019 war Koch sieben Jahre lang für dieselbe Mannschaft gefahren: das heutige Team Picnic-PostNL. Zu dieser Saison stieß sie zur stark besetzten Mannschaft FDJ United-Suez um Demi Vollering und Elise Chabbey. Dort übernahm sie zunächst eine wichtige Helferrolle und war maßgeblich an den bisherigen Erfolgen des Teams beteiligt. „Ich glaube nicht, dass es ein Geheimnis gibt. Ich habe dieses Jahr Team und Trainer gewechselt, das gesamte Umfeld ist neu für mich. Ich bin wirklich glücklich, und ein glücklicher Athlet ist ein guter Athlet. Es ist wichtig, ein gutes Umfeld zu haben“, erklärte die Mettmannerin nach dem Rennen.

Trotz des größten Erfolges ihrer bisherigen Karriere machte Koch deutlich, dass sie auch künftig bereit ist, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. „Ich liebe es zu gewinnen, aber ich liebe es auch, mit dem Team zu gewinnen. Egal, wie die Taktik bei verschiedenen Rennen aussieht, ich werde mich voll einbringen.“

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